Der mit dem Kohleausstieg einhergehende Strukturwandel in der Lausitz stellt besonders Unternehmen der Bergbau-, Kraftwerks- und Sanierungsbranche vor große Herausforderungen. Es gilt, vorhandenes Branchenwissen zu sichern und neue Geschäftsfelder zu entwickeln, um die regionale Wirtschaft und Lieferketten langfristig zu stabilisieren und Wachstum zu generieren. Vor diesem Hintergrund haben die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus und die Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH bereits im Jahr 2017 die MinGenTec-Initiative zur innovationsgetriebenen Internationalisierung von Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen des Kompetenzfeldes ins Leben gerufen.
Mit dem Bescheid über die Förderung bis zum 31. Dezember 2022 durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Bundesmodellvorhabens „Unternehmen Revier“ haben sich die Unterstützungsmöglichkeiten für Unternehmen seit Beginn des Jahres stark ausgeweitet. Zum einen steht nunmehr Josephine Götze als Netzwerkmanagerin für die Region und die internationalen Zielmärkte zur Verfügung. Zum anderen wird das Angebot an Netzwerktreffen, Innovationsworkshops, Infoveranstaltungen zu Zielmärkten und Förderinstrumenten, Unternehmerreisen, Delegationsempfängen, B2B-Veranstaltungen und internationalen Messeteilnahmen deutlich ausgeweitet. Trotz der Corona bedingten Einschränkungen konnten in diesem Jahr eine mongolische Unternehmerdelegation empfangen und dank moderner Kommunikationstechnologie Webinare zu Zielmärkten und Förderinstrumenten im Exportgeschäft sowie B2B-Meetings in Online-Räumen zwischen südbrandenburgischen und russischen Unternehmen stattfinden. Hier besteht eine enge Zusammenarbeit im Rahmen des Südbrandenburger Projekts „Russian Desk“, das von Nataliia Ruda in der IHK Cottbus und Marina Kalintseva in der AHK Russland in Moskau vertreten wird und weitere Partner einbindet.
„Für das Netzwerkmanagement sind zwei Aufgaben von zentraler Bedeutung. Zum einen haben wir festgestellt, dass der Austausch zwischen den Unternehmen des Kompetenzfeldes begrenzt ist. Hier setzen wir beispielsweise mit den Netzwerktreffen an, die über Aktuelles aus der Region informieren und den Kontaktaufbau sowie die Identifizierung gemeinsamer Projekte ermöglichen. Zum anderen müssen wir unser Netzwerk in wichtige Zielmärkte weiter ausbauen, um die Kompetenzen der Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen international zu positionieren“, sagt Josephine Götze. Ein zentraler Schritt hier für ist der Aufbau einer mehrsprachigen MinGenTec-Website, die noch im Oktober unter der Web-Adresse
www.mingentec.com erreichbar sein wird. Hier haben Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen des Kompetenzfeldes die Möglichkeit, ihre Produkte und Dienstleistungen kostenfrei zu präsentieren; als ersten Schritt für die erfolgreiche Geschäftspartnersuche im In- und Ausland.
Im kommenden Jahr sind weitere Aktivitäten in vielen Zielmärkten geplant. Neben Russland als einem wichtigen Handelspartner für südbrandenburgische Unternehmen werden künftig auch andere Regionen aus der ganzen Welt stärker in den Fokus rücken, darunter z. B. Australien und Chile. Auch das Thema Innovation wird in den nächsten Workshops eine Rolle spielen und Unternehmen neue Perspektiven für die Geschäftsfeldentwicklung eröffnen.